Kosmos Kind digital

Unser interdisziplinärer Vortrags­zyklus bietet seit 2020 spannende Beiträge renommierter Exper­tinnen und Experten aus Wissen­schaft und Praxis. Unsere Video­plattform hält für Sie eine Auswahl von Videos aus den bisherigen Veran­staltungen bereit. Das aktuelle Kosmos-Kind-Programm 2026 finden Sie hier.

ADHS & Co – was Kinder wirklich brauchen

Prof. Dr. Michael von Rhein

Michael von Rhein ist leitender Arzt der Abteilung Entwicklungs­pädiatrie am Universitäts-Kinderspital Zürich und dort sowohl für den Bereich «Sonder­pädagogik» als auch für den Forschungs­bereich «Pädia­trische Versorgungs­forschung» verantwortlich. Er widmet sich wissen­schaftlich den Versorgungs­bedürfnissen von Kindern mit Entwicklungs­auffälligkeiten und der pädia­trischen Primär­versorgung in der Schweiz. Dabei arbeitet er in inter­disziplinären Netz­werken mit Fach­personen aus verschiedenen medizi­nischen Bereichen (Pädagogik, Psychologie, Soziologie) sowie diversen therapeu­tischen Richtungen. Seine Arbeit verbindet klinische Praxis mit angewandter Forschung und zielt darauf ab, die Qualität und Effizienz der (entwicklungs-)­pädiatrischen Versor­gung in der Schweiz zu stärken.

Vortrag vom 24.02.2026 (55 min): In seinem Vortrag beleuchtet Michael von Rhein anhand der aktuellen Studien­lage und eigener Daten, aus welchen Gründen ADHS-Abklä­rungen heute viel häufiger statt­finden als früher. Zudem widmet er sich der Frage, ob unsere Gesell­schaft speziell in Schule und Ausbildung bereit ist, auf die indivi­duelle Varia­bilität der Entwicklung von Kindern und Jugend­lichen einzugehen. Und letztlich geht es auch darum, was Eltern und Fach­personen tun können, um einen besseren Umgang mit betroffenen Kindern zu finden: Was schützt vor Überforderung? Wie kann man ein gutes Umfeld schaffen und ein verläss­liches Netz bauen, das trägt?


Clever Lernen: Lern­strategien für Übergänge

Fabian Grolimund

Fabian Grolimund ist Psychologe und Co-Leiter der Akademie für Lern­coaching in Zürich. Er ist Autor mehrerer Bücher – darunter «Clever lernen» für Jugendliche ab elf Jahren und «Erfolgreich lernen mit ADHS und ADS». Als Kolumnist schreibt er regelmässig für das Schweizer Eltern­magazin Fritz+Fränzi. In Zusammen­arbeit mit der Stiftung Eltern­sein entstanden mehrere Filmserien, die unter anderem zeigen, wie Eltern ihre Kinder beim Lernen sinnvoll begleiten können, welche Lern­strategien Jugend­liche kennen sollten oder wie Lehrkräfte zu einem guten Klassen­klima beitragen können.

Vortrag vom 30.09.2025 (45 min): Fragt man Kinder und Jugend­liche nach ihren Lern­strategien, kommt oft die Antwort: «Ich lese den Stoff mehrmals durch und hoffe, dass genügend hängen bleibt.» Der Frust, dass diese Strategie nicht zum gewünsch­ten Erfolg führt, könnte ihnen – so Fabian Grolimund – mit ein wenig mehr Wissen über wirksames Lernen erspart bleiben. In seinem Vortrags­video vermittelt er Eltern und Lehrpersonen die wichtigsten all­gemeinen Prinzi­pien aus der Gedächtnis- und Lern­forschung, mit denen man sich Inhalte rascher einprägen, besser mit vorhandenem Wissen vernetzen und langfristig merken kann.


Kinder lieben – auch wenn es schwierig wird

Dr. Oliver Dierssen

Dr. Oliver Dierssen ist Facharzt für Kinder- und Jugend­psychiatrie sowie Psycho­therapie; ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt im Bereich von intra­familiären Interaktions- und Kommunikations­störungen. Als Arzt und Autor engagiert er sich für einen gewalt­freien Umgang mit Kindern und ein bedürfnis­orientiertes Miteinander im Familien­leben. 2022 erschien sein Buch «Wenn dir dein eigenes Kind fremd ist (und es deinem Kind mit dir genauso geht)».

Vortrag vom 09.09.2025 (72 min): «Unser Kind hört einfach nicht auf uns», berichten viele Mütter und Väter. «Egal, ob wir eine Belohnung in Aussicht stellen oder eine Kon­sequenz androhen: Wir kommen immer schlechter miteinander klar.» Viele Familien bewegen sich in einem Teufels­kreis aus Belohnung und Strafe, Macht und Ohnmacht. Dies zehrt an den Kräften und belastet das Vertrauen zwischen Eltern und Kindern bzw. Jugend­lichen. Um aus diesen Kreis­läufen aus­zusteigen und das hoch­belastende Gefühl der Macht­losigkeit zu bewältigen, ist es für Eltern und Erziehungs­personen wichtig, Ohnmachts- und Über­forderungs­zeichen an sich selbst und ihrem Kind zu erkennen und Handlungs­alter­nativen zu entwickeln. Oliver Dierssen zeigt in diesem Vortrags­video anhand von Fall­beispielen und praktischen Übungen, wie sich Eltern von Ohn­machts­gefühlen befreien und Konflikt­situationen gelassener bewältigen können.


Erziehung mit Herz und Klarheit» – was tut der Familie gut?

Dr. Herbert Renz-Polster

Herbert Renz-Polster beteiligt sich seit 20 Jahren als Kinder­arzt, Wissen­schaftler und Publizist an der Erziehungs­debatte – also an der Frage: Wie können wir die Kinder gut bei ihrer Entwicklung begleiten? Er war wissen­schaftlicher Mitarbeiter am Mannheimer Institut für Public Health, Universität Heidelberg, und ist derzeit an der Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neo­natologie und Pädiatrische Kardio­logie der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf affiliiert. Er hat eine Viel­zahl von Artikeln und Büchern über die kindliche Ent­wicklung und das Leben mit Kindern veröffentlicht. Zudem betreibt mit kinder-verstehen.de einen der grössten deutschen Blogs über Kindes­entwicklung, Familie und Elternschaft.

Vortrag vom 08.04.2025 (54 min): Über die Bedürf­nisse von Kindern wird heute viel geredet. Aber wie lassen sich diese mit den Bedürf­nissen der Familie und der Eltern unter einen Hut bringen? Und werden Kinder wirklich dadurch stark, dass ihre Bedürfnisse immer erfüllt werden? «Es fällt auf, dass derzeit oft Klagen dominieren: Die Eltern seien am Rande des Burnouts, die Kinder oft überfordert und orientierungs­los», so Dr. Herbert Renz-Polster. In seinem Vortrag wird er der Frage nachgehen, welche Begleitung Kinder suchen und was im Leben als Familie sonst noch zählt!


Kinder in der Trauer begleiten – zwischen Trauerpfütze und Zuversicht

Franziska Bobillier

Franziska Bobillier ist Kinder- und Jugendpsychologin und arbeitete u.a. in der Schul­psychologie, in der ambulanten Kinder- und Jugend­psychiatrie und ist seit Herbst 2024 selbst­ständig in eigener Praxis in Fribourg. Seit einigen Jahren hat sie sich auf den Themen­bereich der kinder- und jugend­psychologischen Trauer­begleitung spezialisiert und veröffentlichte 2022 ein Fachbuch hierzu im Hogrefe Verlag. Weitere Arbeits­schwer­punkte sind Autismus und hunde­gestützte Inter­vention; hierbei wird sie durch ihren Hund Tamino unterstützt.

Vortrag vom 03.06.2025 (78 min): Bei einem Todesfall im nahen Umfeld fühlen sich viele Eltern überfordert – zwischen eigener Trauer und dem Wunsch, im Umgang mit dem trauernden Kind alles «richtig» zu machen. Die Kinder- und Jugend­psycho­login Franziska Bobillier, die auf den Themen­bereich «Kinder- und jugend­psycho­logische Trauer­begleitung» spezialisiert ist, wird in ihrem Vortrag darlegen, warum Kinder und Jugendliche anders trauern als Erwachsene. «Wenn wir diese Unter­schiede kennen und verstehen, kann dies eine grosse Ressource für das trauernde Kind, seine Familie und Bezugs­personen sein», erläutert Franziska Bobillier: «Wir können viel von der Art, wie Kinder trauern, lernen!»


Jugendliche in Not: Was hilft aus der Krise?

Dr. Gregor Berger

Dr. med. Gregor Berger arbeitet und forscht seit über 30 Jahren im Bereich der Adoleszenten­psychiatrie. Bis zum Sommer 2025 leitete er während elf Jahren das Notfallzentrum KANT und die aufsuchenden Angebote der Kinder und Jugend­psychiatrie der Psychiat­rischen Universitäts­klinik Zürich. Nach seinem Studium der Humanmedizin in Basel arbeitete er an den Universitären Psychiatrischen Diensten Bern auf einer Spezialstation für beginnende Psychosen, später für sieben Jahre als Oberarzt des aufsuchenden Notfallteams in einem der weltweit renommiertesten Zentren für Transitions­psychiatrie ORYGEN Youth Health in Melbourne. Akademisch beschäftigt er sich mit den Versorgungs­forschung: So untersuchte er den Einfluss der Covid-Pandemie auf die Notfall­versorgung und etablierte die Kurz­therapie AdoASSIP für Jugendliche nach einem Suizidversuch (www.adoassip.ch).

Vortrag vom 18.03.2025 (69 min): «Die alarmierenden nationalen und inter­nationalen Daten zeigen bei jungen Menschen einen Anstieg von Depressionen, Identitäts­problemen, selbst­verletzendem Verhalten und Suizid­gedanken», konstatiert Dr. med. Gregor Berger. In seinem Vortrag beleuchtet er die spezifischen Herausforderungen bei verschiedenen Störungs­bildern und im Krisen-Management – mit einem besonderen Fokus auf Suizidalität. «Ich betrachte dabei Krisenarbeit nicht nur als kurzfristige Hilfe, sondern vor allem als Chance, langfristig hilfreiche Massnahmen zu entwickeln und somit den jungen Menschen zu stärken und zu unterstützen.»


Was tun, wenn mein Kind Tics und Zwänge hat?

Prof. Dr. Susanne Walitza

Susanne Walitza ist Professorin für Kinder- und Jugend­psychiatrie und -psycho­therapie sowie Direktorin und Forschungs­leiterin der Klinik für Kinder- und Jugend­psychiatrie und Psycho­therapie der Uni­versität Zürich und der Psychiat­rischen Universitäts­klinik Zürich. Seit 2022 ist die Diplom-Psychologin Vorsteherin des Medi­zinischen Direktoriums der Psychiat­rischen Universitäts­klinik Zürich. Ihre Forschungs­interessen umfassen die psychologischen und neuro­psychiatrischen Aspekte verschiedener kinder- und jugend­psychiatrischer Entwicklungs-Störungen: insbesondere ADHS, Zwangs-, Angst- und Tic-Störungen und pathologischer Medienkonsum.

Vortrag vom 01.10.2024 (42 min): Zwangs­störungen im Kindes- und Jugend­alter gehören zu den häufigsten psychischen Störungen in dieser Alters­gruppe. Zwangs­gedanken und -handlungen sind für die betroffenen Kinder und deren Familien sehr belastend und können dazu führen, dass sie den Kindergarten, die Schule oder die Ausbildung nicht mehr besuchen können. Oftmals wird der Familien­alltag der Zwangs­symptomatik unter­geordnet. Warum eine frühe Diagnose wichtig ist und wie wirksame Inter­ventionen den Leidensdruck für die ganze Familie reduzieren können, erklärt die Professorin für Kinder- und Jugend­psychiatrie in diesem Video!


Bocken, Trotzen, Drama: die sozioemotionale Entwicklung des Kleinkindes

Dr. Lena Pfender

Die Kinder- und Jugendärztin Dr. med. Lena Pfender ist spezialisiert auf Psycho­somatische und Psycho­soziale Medizin. Sie arbeitet als Oberärztin in der Abteilung für Ent­wicklungs­pädiatrie am Kantons­spital Winterthur und hat dort auch die Ärztliche Leitung der Fachstelle für Sonder­pädagogik im Sozial­pädiatrischen Zentrum übernommen. Darüber hinaus engagiert sie sich als Ent­wicklungs­pädiaterin im Team der Beratung. Für das Kind. Giedion Risch in Zürich.

Vortrag vom 28.01.2025 (73 min): Die Autonomie- und Ich-Entwicklung im Klein­kind­alter ist für viele Eltern eine Heraus­forderung: Sie fühlen sich erschöpft vom täglichen «Spiess­rutenlauf» und fragen sich, wann das selbst­bestimmte und fordernde Verhalten der Kinder aufhört, wie sie ihnen wichtige Werte vermitteln und sie auf Kinder­garten und Schule vorbereiten können. Braucht das Kind mehr oder weniger Freiraum, Regeln und «Erziehung»? Lena Pfender beschreibt in ihrem Vortrag auch, wie der Übergang vom Kleinkind- zum Kinder­gartenalter vom Kind selbst erlebt wird.


Jungs in der Pubertät – trotz Umbruch in Beziehung bleiben

Dr. Reinhard Winter

Dr. Reinhard Winter ist Diplom­pädagoge, Psychodrama­leiter und Traumapädagoge; sein Thema sind Jungen, Jungen­erziehung und das Mannwerden. Er promovierte an der Universität Tübingen mit einer Forschungsarbeit über männliche Jugendliche auf dem Land. Seit über 30 Jahren arbeitet er mit Jungs und mit ihren Eltern in der Elternbildung und -beratung. Reinhard Winter forscht zu Jungen- und Männer­themen und über Jungen- und Männer­gesundheit. Er ist seit 2003 in der Leitung des Sozial­wissen­schaftlichen Instituts in Tübingen (SOWIT) und hat zahlreiche Aufsätze, Fachbücher und Eltern­ratgeber zur Jungen­erziehung verfasst.

Vortrag vom 25.02.2025 (70 min): Pubertät ist eine entscheidende Lebens­phase für Kinder – und genauso für ihre Eltern. Bei Jungs ist Pubertät der Weg vom Kind zum Mann. Und der ist oft nicht leicht, gerade auch für Eltern: Konflikte und Krisen sind unvermeidlich! Die Sache wird leichter, wenn Eltern wissen, welche Prozesse in Gehirn und Körper ihres Sohnes vor sich gehen. Wenn Hormone wirken und ein neuer Umgang mit Männlich­keits­bildern, Freunden oder der Sexualität gefunden werden will, hilft es, im Kontakt und im Dialog zu bleiben. Im Vortragsvideo werden wichtige Aspekte der Jungen­pubertät angesprochen und Wege aufgezeigt, wie eine neue Balance zwischen Bindung und Loslassen gelingen kann: Zusammen über Vertrauen und Aggression nachdenken, über Sucht und Sex, Medien und Risiko­verhalten – das stärkt Jugendliche und ihre Eltern!


Mädchenspiel – Jungenspiel – Kinderspiel

Annika Butters

Annika Butters bewegt sich seit 20 Jahren im Feld der Frühen Kindheit. Nach ihrem Studium der Erziehungs­wissenschaften und Psychologie an der Universität Fribourg arbeitete sie viele Jahre in der Ausbildung von Fachpersonen. Seit 2016 ist sie als wissen­schaftliche Mitarbeiterin und Bildungs­verantwort­liche am Marie Meierhofer Institut für das Kind (MMI) tätig. Thematisch beschäftigt sie sich mit den vielfältigen Themen früh­kindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung. Ein Thema, das sie dabei nie losgelassen hat und immer wieder intensiv beschäftigt, ist das Thema der gender­sensiblen Erziehung.

Vortrag vom 29.10.2024 (38 min): In den ersten Lebens­jahren entdecken Kinder – insbesondere auch im Spiel – ihr Geschlecht und legen die Basis ihrer Geschlechts­identität. Sie probieren sich aus und beobachten ganz genau, wie ihre Eltern und das Umfeld darauf reagieren. Diese Erfahrungen mit Erwachsenen und anderen Kindern prägen ihre Vor­stellungen von Geschlecht und beeinflussen ihre Identität nachhaltig. Warum ein gender­sensibler Umgang gerade mit jungen Kindern eine sehr bedeutsame und ver­antwortungs­volle Erziehungs­aufgabe von Eltern und Fachpersonen ist, vermittelt Annika Butters in ihrem Vortragsvideo.


Traumata bei Kindern: Kann Psychotherapie helfen?

Prof. Dr. Markus Landolt

Prof. Dr. Markus Landolt ist Chef­psychologe und Co-Leiter der Abteilung Psycho­somatik und Psychiatrie am Universitäts-Kinder­spital Zürich. Er ist zudem Ordinarius ad personam für Gesundheits­psychologie des Kindes- und Jugendalters an der Medizinischen und Philo­sophischen Fakultät der Universität Zürich. Er forscht und lehrt seit mehr als 25 Jahren im Bereich der pädiatrischen Psychologie und der Psycho­trauma­tologie des Kindes- und Jugendalters und ist Autor mehrerer Bücher, die sich u.a. mit der Behandlung von Trauma­folge­störungen befassen.

Vortrag vom 26.11.2024 (64 min): Psychische Störungen nach ein­maligen Erlebnissen wie einem Unfall oder aufgrund chronischer trau­matischer Erlebnisse (bei­spiels­weise körperliche oder sexuelle Gewalt) treten im Kindes- und Jugend­alter häufig auf. Markus Landolt erläutert in diesem Vortrag – anhand von Beispielen aus dem klinischen Alltag – die bei Kindern und Jugendlichen typischen Trauma­folge­störungen. Darüber hinaus stellt er unter­schiedliche Behandlungs­konzepte und deren Wirksam­keit vor. Das Video gibt Einblicke in das Spektrum von unter­schiedlichen Möglich­keiten, wie traumati­sierten Kindern und Jugend­lichen nachhaltig geholfen werden kann.


Nicht-Binarität, Genderdiversität, andere Geschlechter – zwischen Leidens­druck und Pride

Dr. Dagmar Pauli

Dagmar Pauli ist Chefärztin und stell­vertretende Klinik­direktorin der Klinik für Kinder- und Jugend­psychiatrie der Psychi­atrischen Uni­versitätsklinik Zürich und zudem klinische Dozentin der Universität Zürich. Seit 2009 leitet sie den Schwerpunkt Geschlechts­inkongruenz für Kinder und Jugendliche in Zürich. Zur Thematik von Trans­identität im Kindes- und Jugendalter veröffentlichte sie 2023 das Buch «Die anderen Geschlechter» im Beck Verlag. Weitere Spezialisierungen sind Essstörungen und Depressionen im Kindes- und Jugendalter.

Vortrag vom 10.09.2024 (37 min): Das Thema Trans­gender ist momentan allgegen­wärtig; dabei verläuft die mediale Diskussion teilweise sehr polarisiert. Betroffene, Eltern und auch Betreuungs­personen suchen nach Orientierung. Im Kosmos Kind-Vortrag gibt Dagmar Pauli differen­zierte Antworten auf Fragen wie: Gibt es mehr als zwei Geschlechter? Warum ist die Zahl der im Jugend­alter Betroffenen in den letzten Jahren angestiegen? Ab welchem Alter können Kinder und Jugend­liche über ihr Geschlecht Auskunft geben? Gibt es ein zu früh oder zu spät für Behand­lungen, und welche psycho­thera­peutische Unter­stützung empfiehlt sich?


Mal leicht, mal schwer – warum lernen Kinder unterschiedlich?

Prof. Dr. Elsbeth Stern

Prof. Dr. Elsbeth Stern ist seit 2006 Professorin für Lehr- und Lern­forschung an der ETH Zürich. Dort ist sie für den psycho­logischen und päda­gogischen Teil der Lehrerbildung verantwortlich. Die Psycho­login ist auf Denken und Lernen im Kindes- und Jugendalter spezialisiert. Seit mehr als 30 Jahren forscht sie zu den Voraus­setzungen für erfolg­reiches Lernen in den mathe­matisch-natur­wissen­schaftlichen Fächern. Dabei unter­sucht sie einerseits in Inter­ventions­studien den Einfluss von Lern­gelegen­heiten und arbeitet so Merkmale von lernwirksamem Unterricht heraus. Anderer­seits erforscht sie den Einfluss von individuellen Lern­voraus­setzungen, wobei Intelligenz und Vorwissen im Mittelpunkt stehen. Dabei befasst sie sich auch mit den Heraus­forderungen der Heterogenität.

Vortrag vom 02.07.2024 (64 min): Wie können Kinder ihre angeborenen Fähig­keiten nutzen, um Lesen und Schreiben, Mathematik und natur­wissen­schaftliches Denken zu erlernen? Woher kommen eigentlich die grossen Unter­schiede in der individuellen Lern­fähigkeit und wie kann man laut aktuellem Stand der Forschung allen Kindern individuelle und motivierende Lernerfolge ermöglichen? Diese Fragen stehen im Fokus des faszinierenden Vortrages von Elsbeth Stern.


Wut und Aggression in der Familie – wie geht man damit um?

Dr. Annette Cina

Dr. Annette Cina, Psychologin und eidg. anerkannte Psycho­therapeutin, arbeitet am Institut für Familien­forschung und -beratung der Universität Fribourg sowie als Psycho­therapeutin in eigener Praxis. Als Expertin für Erziehung und Störungen im Kindes- und Jugendalter sowie im Familien­system ist sie in der Aus- und Weiterbildung von Fachpersonen tätig. Wie Eltern ihre Kinder auf dem Weg ins Erwachsenenleben begleiten können und was beiden Seiten in heraus­fordernden Zeiten helfen kann, sind dabei wesentliche Fragen, mit denen sich Annette Cina beschäftigt.

Vortrag vom 16.04.2024 (52 min): Aggressivität und Wut sind in unserem idealen Bild einer harmonischen Familie nicht vorgesehen. Doch sehen die Realitäten im Alltag oft anders aus: Stress, schwierige Lebens­phasen oder auch störrisches Verhalten der Kinder können Verhaltens­weisen auslösen, die – rückwirkend in Ruhe betrachtet – nicht in Ordnung sind. Wut ist ein mächtiges Gefühl: Vor allem, wenn sie nicht verstanden wird, birgt sie das Risiko, sich selbst und andere zu gefährden. Neben Geschrei, Gewalt und Zerstörung sind oft auch Schuld und Scham­gefühle die Folge. Die positive Botschaft von Annette Cina in diesem Vortrags­video ist: Der Umgang mit der eigenen Wut und der Wut der Kinder ist lernbar!


Gesunde Ernährung von Anfang an?!

Prof. Dr. Carsten Posovszky

Prof. Dr. Carsten Posovszky – Kinder- und Jugend­facharzt mit dem Schwerpunkt Pädiatrische Gastro­enterologie und Hepa­tologie – ist Mitglied der Ernährungs­kommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugend­medizin (DGKJ) und 1. Vorsitzender der Gesellschaft für pädiatrische Gastro­enterologie und Ernährung. 2006 bis 2020 leitete er die Kinder­gastro­enterologie an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitäts­klinikum Ulm, aktuell ist er als Leiter der Gastro­entero­logie und Ernährung am Kinder­spital Zürich tätig.

Vortrag vom 12.03.2024 (55 min): Gesunde Ernährung ist eine Herausforderung unserer Zeit – sowohl für die Kinder, aber auch für uns alle. «Hierzu ist ein gesundes Ernährungsumfeld für Kinder und Jugendliche erforderlich, das können wir nur gemeinsam angehen», stellt Prof. Dr. Carsten Posovszky in seinem Kosmos Kind-Vortrag fest. Der Einfluss des Stillens und der Ernährung in der Kindheit für ein gesundes Leben ist gross und wird durch zahlreiche Studien belegt. Dennoch werden die Ernährungsempfehlungen teilweise nur unzu­reichend umgesetzt. Fehlernährung zeigt sich dabei nicht nur durch Unter­ernährung und Über­gewicht, sondern auch durch fehlende Nährstoffe («versteckten Hunger»). Der Vortrag bietet einen Einblick in die aktuelle Studien­lage und geht dabei auch auf Ernährungs­formen wie z.B. die vegane Ernährung ein.


Mobbing – wie Eltern und Schule helfen können

Christelle Schläpfer

Christelle Schläpfer gilt in der Schweiz als führende Expertin im Bereich Mobbing und Cyber­mobbing. Mit mehr als einem Jahrzehnt Erfahrung in der psycho­sozialen Beratung lehrt sie an renommierten Ein­richtungen wie der Universität Ramon Llull in Barcelona und am Adler Institut in Paris. Ihr innovatives Mobbing-Schulungs­programm für Fach­personen ist seit 2022 Teil des Europäischen Psych.E.In Projektes (Psychological Early Inter­vention). Schläpfers Kern­kompetenz liegt in der individuellen Beratung von Mobbing-Betroffenen (und deren Eltern) sowie in der aktiven Unter­stützung von Schulen bei der Prävention und Bewältigung von Mobbing-Situationen.

Vortrag vom 27.02.2024 (56 min): Mobbing kann bei einem betroffenen Kind und Jugendlichen tiefe seelische Narben hinterlassen und seine Ent­wicklung nachhaltig beein­trächtigen. «Deswegen sollten Lehrpersonen und Eltern möglichst frühzeitig eingreifen, sobald Mobbing-Tendenzen erkennbar sind», betont Christelle Schläpfer. In ihrem Vortrag erläutert sie die Mecha­nis­men und Auswirkungen von Mobbing und gibt zudem konkrete Empfehlungen für Eltern, wie sie ihr Kind in einer Mobbing-Situation unterstützen können.


Gehen Kinder im Sog digitaler Medien verloren?

Franz Eidenbenz

Franz Eidenbenz, Psychologe und eidg. anerkannter Psycho­therapeut, befasst sich seit über 20 Jahren mit dem Phänomen Internet-Sucht. 2011 baute er das Zentrum für Spielsucht und andere Verhaltens­süchte «RADIX» in Zürich auf; er gilt als Experte für psychologische Fragen im Zusammen­hang mit neuen Medien. 2021 erschien sein Beobachter Ratgeberbuch «Digital-Life-Balance» zur Förderung eines gesunden Medien­konsums. Er schult Fachpersonen in diesem Bereich und ist in privater Praxis als Einzel-, Paar- und Familientherapeut in Affoltern a. A. und Zürich tätig.

Vortrag vom 14.11.2023 (50 min): Noch nie war eine Kinder­generation technisch so gut ausgerüstet und als Zielgruppe von faszinierenden Produkten der virtuellen Welt so umworben wie heute. Im Video zu seinem Kosmos Kind-Vortrag spricht Franz Eidenbenz über die Risiken von Belohnungs­mechanismen für junge Konsument:innen. Der Psycho­therapeut gibt darüber hinaus alltagsnahe Tipps, wie Eltern und Lehr­personen die Aufmerksamkeit der Kinder wieder mehr auf die reale Welt lenken können.


ADHS – einfach nur hibbelig oder krank?

Prof. Dr. Oskar Jenni

Prof. Dr. Oskar Jenni leitet seit 2005 die Abteilung Ent­wicklungs­pädiatrie am Universitäts-Kinder­spital Zürich. Zu den Forschungs­gebieten des Kinder- und Jugend­mediziners zählen u.a. das Schlafverhalten im Kindes­alter sowie die motorische, kognitive und soziale Entwicklung von gesunden und kranken Kindern. Als Autor (u.a. «Kindheit – eine Beruhigung» und «Die kindliche Entwicklung verstehen») engagiert er sich für mehr gesell­schaftliche Akzeptanz und Wert­schätzung der Verschieden­artigkeit von Kindern.

Vortrag vom 30.01.2024 (63 min): Was weiss man heute aus weltweiten Studien über die Ursachen der ADHS? Welche Heraus­forderungen und Chancen birgt eine ADHS-Diagnose für Kinder und Eltern? Und in welchen Situationen kann eine medikamentöse Behandlung Erleichterung bringen? Neben Antworten auf diese Fragen gibt Oskar Jenni Eltern und Lehr­personen alltags­nahe Empfehlungen, wie sie betroffene Kinder im Rahmen einer umfeldzentrierten Therapie gezielt unterstützen können.


Kinder im Autismus-Spektrum – wertvolle Begegnungen

Dr. Christina Schaefer

Christina Schaefer arbeitet seit 2014 als Oberärztin in der Abteilung Ent­wicklungs­pädiatrie am Uni­versitäts-Kinder­spital Zürich und ist Vorstand­smitglied der Schweizer Gesellschaft für Ent­wicklungs­pädiatrie. Als Leiterin der Autismus-Sprech­stunde der Ent­wicklungs­pädiatrischen Abteilung am Zürcher Uni­versitäts-Kinder­spital diagnostiziert und betreut sie zahlreiche Kinder und Jugendliche; die enge, individuelle Begleitung der betroffenen Familien ist der Kinder- und Jugendärztin ein wichtiges Anliegen.

Vortrag vom 03.10.2023 (43 min): Der Begriff Autismus-Spektrum ist in der Gesellschaft zunehmend bekannt – und so stellt sich auch immer öfter die Frage nach einer entsprechenden Diagnose bei Kindern mit Verhaltens­auffällig­keiten. Doch was sind eigentlich typische Verhaltens­weisen? Dr. Christina Schaefer spricht im Kosmos Kind-Vortrag über die Wege zur Diagnose, die grossen Heraus­forderungen für betroffene Familien und die Chancen einer umfassenden Begleitung, die wertvolle Begegnungen mit Kindern im Autismus-Spektrum ermöglicht.


Was braucht ein Kind, wenn sich die Eltern trennen?

Sabine Brunner

Sabine Brunner ist Psychologin und Psycho­therapeutin für Kinder und Familien. Sie beschäftigt sich im Rahmen ihrer Tätigkeit am Marie Meierhofer Institut für das Kind (MMI) mit der Frage, welche Lebens­bedingungen Kinder – vor allem junge Kinder – benötigen, um gut aufwachsen zu können bzw. was sie schädigt. Zu ihrem Portfolio gehören u.a. Beratungen für Familien und Fachpersonen sowie Super­visionen und Weiterbildungen; zudem verfasst sie Expertisen und Gutachten im zivil­rechtlichen Rahmen und führt delegierte Anhörungen durch.

Vortrag vom 26.09.2023 (44 min): Die Frage, wie Kinder in der intensiven Zeit einer elterlichen Trennung Gehör finden, ist ein Thema, das nicht nur Eltern, sondern auch Fachpersonen stark beschäftigt. Wie können Kinder in die Neu­gestaltung einbezogen werden, ohne sie zu über­fordern? Welche Bedürfnisse von Kindern sind besonders ernst zu nehmen und wovor sollte man Kinder schützen? In ihrem Vortrag macht Sabine Brunner eine Aus­lege­ordnung der aktuellen Diskussion und beschreibt mit Beispielen, wie eine familiale Reorgani­sation mit Blick aufs Kind gelingen kann.


Den Monstern die Stirn bieten! Über die ganz­heitliche Behandlung von Angst und Phobie

Dr. Silvia Zanotta

Silvia Zanotta ist Dozentin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Psycho­logie und Psycho­therapeutin für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien in Zürich. Sie hat neben Personen­zentrierter Psycho­therapie, Klinischer Hypnose und Psycho­imaginativer Trauma­therapie PITT u.a. auch in Somatic Experiencing zertifiziert. Ihr Spezialgebiet ist die Trauma­behandlung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen durch die Kombination von Ego-State-Therapie und Hypnose mit somatischen Methoden.

Vortrag vom 12.09.2023 (58 min): Ängste und Phobien sind gerade bei Kindern und Jugendlichen ein weit verbreitetes Phänomen. «Für die erfolg­reiche Behandlung ist ein ganz­heitliches Vorgehen nötig», erläutert die Expertin für Trauma­behandlung in diesem Kosmos Kind-Video. «Nicht nur Kognition und Emotion, sondern auch Körper und Nervensystem sowie die relevanten Persönlichkeitsanteile sollten stets einbezogen werden.»


Kinder und Jugendliche mit Autismus im Alltag: Wahrnehmung, Denken und Kommunikation

Matthias Huber

Matthias Huber arbeitet in der Beratungs­stelle der Stiftung Kind und Autismus in Urdorf. Wie autistische Kinder und Jugendliche die Welt erleben, weiss der Psychologe aus eigener Erfahrung: Er hat selbst das Asperger-Syndrom und kann sich daher gut in die gedankliche und emotionale Welt von Betroffenen einfühlen. Neben seiner thera­peutischen Arbeit ist Matthias Huber auch als Referent mit den Schwerpunkten Autismus-Spektrum, (Hoch)-Begabung sowie Behinderung im In- und Ausland tätig.

Vortrag vom 04.07.2023 (60 min): «Autisten sind ständig damit beschäftigt, erkennen zu können, was die Umwelt von ihnen erwartet.» Der Psychologe beschreibt in seinem Vortrag anhand von konkreten Situationen aus seiner eigenen Kindheit die Besonderheiten in der Wahrnehmung, im Denken, Verhalten und im Lernen bei autisti­schen Kindern. Welche Kon­sequenzen ergeben sich daraus und wie lassen sich Miss­verständ­nisse vor allem im schulischen Umfeld vermeiden?


Dyskalkulie – wie das Gehirn rechnen lernt

Prof. Dr. Karin Kucian

Prof. Dr. Karin Kucian ist Expertin im Bereich Dyskalkulie und erforscht in ihren wissen­schaftlichen Studien am Zentrum für MR-Forschung des Universitäts-Kinderspitals Zürich die neuronalen und Verhaltens-Merkmale von numerischer Kognition und Dyskalkulie sowie deren Entwicklung.

Vortrag vom 16.05.2023 (50 min): Rund sechs Prozent aller Kinder in der Schweiz leiden unter einer Rechenstörung. «Eine möglichst frühe Diagnostik kann vor Frust sowie Versagens­ängsten schützen und psychische Folge­probleme vermeiden», betont Dr. Karin Kucian. Neben ihren Forschungs­ergebnissen über die Ursachen von Dyskalkulie stellt die Pädagogin und Neuro­wissenschaftlerin im Video zu ihrem «Kosmos Kind»-Vortrag auch die Symptome sowie Massnahmen, mit denen Eltern und Lehrpersonen betroffene Kinder gezielt unterstützen können, vor.


Von Schlafmützen und Nachteulen: Wie viel Schlaf braucht mein Kind?

Dr. Rabia Liamlahi

Die Kinder- und Jugend­medizinerin Dr. Rabia Liamlahi arbeitet seit 2018 als Oberärztin in der Abteilung Ent­wicklungs­pädiatrie am Uni­versitäts-Kinder­spital Zürich. Nach ihren Studien­jahren an der Berliner Charité und der Université libre de Bruxelles sowie der Fach­arzt­ausbildung in Zürich hat sie sich als Ent­wicklungs­pädiaterin in ihrer klinischen Tätigkeit auf die Schlaf­beratung von Kindern und Jugendlichen spezialisiert.

Vortrag vom 14.03.2023 (58 min): Schlaf begleitet jedes Kind auf seinem Entwicklungsweg von der Geburt bis ins Erwachsene­nalter. Wie können Eltern ihren Säugling von Anfang an beim selbst­ständigen Einschlafen unterstützen? Und was kann bei Schlaf­störungen helfen? Rabia Liamlahi spricht in ihrem Vortrag auch über das vieldiskutierte Thema «Kinder im Elternbett» und stellt anhand von Fall­beispielen individuelle Lösungs­wege bei gestörtem Schlaf vor.


Das kindliche Spiel begleiten – was ist sinnvoll?

Prof. Dr. Oskar Jenni

Prof. Dr. Oskar Jenni leitet seit 2005 die Abteilung Entwicklungspädiatrie am Universitäts-Kinderspital Zürich; der Kinder- und Jugend­mediziner ist zudem Extra­ordinarius für Ent­wicklungs­pädiatrie ad personam an der Universität Zürich. Zu seinen Forschungs­gebieten zählen u.a. das Schlaf­verhalten im Kindes­alter sowie die motorische, kognitive und soziale Entwicklung von gesunden und kranken Kindern.

Vortrag vom 24.01.2023 (57 min): Das Spiel nimmt eine zentrale Rolle in der Entwicklung junger Kinder ein und zeigt zugleich den Stand ihrer Entwicklung. Oskar Jenni erklärt in seinem Vortrag, warum Kinder aus evolutions­biologischer sowie hirn­physio­logischer Sicht spielen, und erläutert die verschie­denen Formen und Merkmale des Spieles sowie die Spiel­bereitschaft von Kindern. Zudem beleuchtet der Ent­wicklungs­pädiater die verschie­denen Rollen, die Eltern und Betreuungspersonen bei der Begleitung des kindlichen Spieles einnehmen können.


Zu viel oder zu wenig – wieviel Sport tut Kindern gut?

Prof. Dr. Susi Kriemler

Prof. Dr. Susi Kriemler ist Professorin für Epidemio­logie an der Universität Zürich und darüber hinaus Expertin für Pädiatrie und Sport­medizin. Sie forscht seit Jahren im Gebiet der körper­lichen Aktivität von gesunden und chronisch kranken Kindern und ist Herausgeberin des Buches «Pädiatrische Sport­medizin: Kompendium für Kinder- und Jugendärzte, Hausärzte und Sportärzte».

Interview vom 13.06.2023 (34 min): Vielfältige Bewegung und Sport nehmen eine zentrale Rolle in der Entwicklung von Kindern ein. Bewegt sich ein Kind früh, viel und variabel – was es gerade im Vorschul­alter spontan tut –, ist der Boden gelegt für ein genügendes und freud­volles Bewegungs­verhalten später im Leben. Doch wie fördern und fordern Eltern und Schule sowohl Bewegungs­muffel als auch Sports­kanonen nachhaltig? Im Interview spannt die passio­nierte Berg­steigerin und zweifache Mutter den Bogen von «zu wenig Sport» bis zu «zu viel Sport». Welches Mass ist für Psyche, Denken und soziale Einbettung von Heran­wachsenden gut?


Pädagogische Autorität – eine verstaubte Kategorie?

Prof. Dr. Roland Reichenbach

Roland Reichenbach ist seit 2013 Professor für Allgemeine Erziehungs­wissen­schaft an der Uni­versität Zürich. Von 2002 bis 2008 hatte er die Professur für Allgemeine und Systema­tische Er­ziehungs­wissenschaft an der West­fälischen Wilhelms-Universität Münster inne und war dann Professor für Pädagogik an der Universität Basel. Forschungs- und Lehr­tätigkeiten führten ihn in die USA, nach Kanada, Deutschland und Südkorea. Seine Interessens­schwer­punkte betreffen insbesondere die Erziehungs- und Bildungs­philosophie, die Päda­gogische Ethik und die Politische Bildung.

Vortrag vom 22.11.2022 (54 min): Die päda­gogische Autorität ist ein elementares und zugleich ambi­valentes Phänomen, denn Erziehung und Bildung haben immer auch mit Macht und Vertrauen zu tun. Das Vertrauen des Kindes in die Eltern oder der Schüler:innen in die Lehr­person lässt sich nicht einfach als «natürlich» voraussetzen: Es muss erworben werden! Roland Reichenbach spricht im Kosmos Kind-Vortrag über Qualität, Möglich­keiten und Grenzen päda­gogischer Beziehungs­formen.


Was braucht eine Familie, um glücklich zu sein?

Fabian Grolimund

Fabian Grolimund ist Psychologe und hat mehrere Bücher für Kinder, Jugendliche und Eltern verfasst – darunter «Jaron auf den Spuren des Glücks», «Erfolgreich lernen mit ADHS» und «Geborgen, mutig, frei – wie Kinder zu innerer Stärke finden». Zudem schreibt der zweifache Vater regelmässig für Fritz+Fränzi.

Podiumsgespräch vom 08.11.2022 (40 min): Im Gespräch mit Nik Niethammer, Chefredakteur des Schweizer ElternMagazins Fritz+Fränzi, diskutiert Fabian Grolimund u.a. die Frage, ob Eltern für das Glück ihrer Kinder verant­wortlich sind. Und ist Glück lernbar oder Charakter­sache? Die Forschung zu Glück und Lebens­zufriedenheit zeigt, dass das Glück nicht laut, bunt und teuer daher­kommt, sondern eher auf leisen Sohlen. Es schleicht sich in unser Leben, wenn wir mit Menschen, die wir mögen, einer Arbeit nachgehen, die uns interessiert und anderen nützt. Es pirscht sich an, wenn wir unsere scheinbar knappe Zeit Menschen schenken, die uns wichtig sind. Es verweilt etwas länger bei uns, wenn wir uns bewusst machen, was wir alles haben, wofür wir dankbar sind und worauf wir uns freuen.


Jetzt pack doch mal dein Handy weg

Thomas Feibel

Thomas Feibel ist einer der führenden deutschen Journalisten zum Thema «Kinder und digitale Medien». Er leitet das «Büro für Kindermedien» in Berlin, schreibt monatlich eine Kolumne über Medien­nutzung im Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi und arbeitet für Hörfunk und Fernsehen. Er hat zahlreiche Sach-, Kinder- und Jugend­bücher veröffentlicht. 2014 wurde der vierfache Vater von Bibliothek & Information Deutschland (BID) für seine Arbeit zur Leseförderung und Vermittlung elektronischer Medien für Kinder und Jugendliche mit der Karl-Preusker-Medaille ausgezeichnet.

Vortrag vom 20.09.2022 (62 min): Thomas Feibel widmet sich in seinem Vortrag dem Haupt-Streitthema Nummer 1 in vielen Familien. Der Berliner Medien­experte setzt sich mit dem ausufernden Medien­konsum von Kindern und dem schwierigen Erziehungs­alltag der heutigen Eltern­generation auseinander. Dabei gibt er zahlreiche Tipps, wie sich die exklusive Zeit für die Familie zurück­erobern lässt, und klärt über die Risiken der Nutzung digitaler Medien auf.


Essstörungen vorbeugen und «heilen»: die Psyche im Fokus

Prof. Dr. Simone Munsch

Prof. Dr. Simone Munsch ist Präsidentin des Departments für Psycho­logie an der Universität Fribourg. Ihr Forschungs­fokus liegt auf der experimentellen Psycho­pathologie und Inter­ventions­forschung unter Anwendung neuer Techno­logien bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Dazu hat sie über 100 peer-reviewed Publikationen und mehr als 30 Buchbeiträge veröffentlicht.

Vortrag vom 01.11.2022 (42 min): Im Kosmos Kind-Vortrag stellt Prof. Dr. Simone Munsch aktuelle Ergebnisse der Ursachen- und Behand­lungs­forschung von dysfunktio­nalem Ess­verhalten und Ess­störungen wie die Anorexia und Bulimia Nervosa vor; diese beginnen häufig im Kindes­alter, werden jedoch teilweise erst in der Adoleszenz oder im Erwachsene­nalter erkannt und behandelt. Das Augenmerk bei der Vorbeugung und Behandlung von Ess­störungen liegt dabei vor allem darauf, die Betroffenen in ihrer Fähigkeit zu stärken, Impulse und Emotionen zu regulieren.


Die Adoleszenz – Chancen und Herausforderungen im Jugendalter

Dr. Christoph Rutishauser

Dr. Christoph Rutishauser ist Ärztlicher Leiter der Abteilung Adoles­zenten­medizin am Universitäts-Kinder­spital Zürich. Die Adoles­zenten­medizin (= Jugendmedizin) hat zum Ziel, die Besonder­heiten des Jugendalters in die Prävention und Behandlung Jugendlicher einfliessen zu lassen. Christoph Rutishauser behandelt seit über 25 Jahren Patient:innen mit psycho­soma­tischen Beschwerden und Essstörungen.

Vortrag vom 04.10.2022 (56 min): Emotionale Schwankungen, forcierte Abgrenzung und exploratives Verhalten: Das Jugendalter ist mit dem Beginn der Pubertät durch grosse Veränderungen der körperlichen, kognitiven, sozialen und emotionalen Entwicklung geprägt. Bei manchen Jugend­lichen löst diese besonders verletzliche Phase Ängste bis hin zu psycho­somatischen Beschwerden aus. Christoph Rutishauser spricht in seinem Vortrag u.a. über neuro­biologische Erkennt­nisse und die Möglich­keiten für Eltern und Lehrpersonen, Jugendliche zu unterstützen.


Hochbegabte in der Schule: Werdet Lernexperten!

Dr. Dominik Gyseler

Im Fokus der wissenschaftlichen Arbeit von Dr. Dominik Gyseler an der Inter­kantonalen Hochschule für Heil­pädagogik (HfH) in Zürich stehen drei Eckpfeiler: die Begabten­förderung, der Nutzen neuro­wissen­schaftlicher Erkennt­nisse für die Heilpädagogik und die Wissen­schafts­kommunikation.

Interview vom 28.09.2022 (45 min): Woran merkt man eigentlich, dass ein Kind hochbegabt ist – wie lässt sich das abklären? Und warum haben hoch­begabte Kinder und Jugendliche oft Probleme in der Schule? Der Experte Dominik Gyseler gibt im Interview aufschluss­reiche Antworten auf diese Fragen und verrät zudem wertvolle Tipps, was in den Rucksack eines erfolg­reichen Schul­alltages gehört – u.a. präzise eingesetzte Lernpausen, die passende Konzen­trations­technik und genügend Tageslicht. Aber vor allem will auch der Umgang mit Miss­erfolgen gelernt sein!


Schule der Zukunft?

Prof. Dieter Rüttimann & Nicolas Rüttimann

Der Gründer der Gesamtschule Unterstrass, Prof. Dieter Rüttimann, ist u.a. als Dozent in der Grund- und Weiter­bildung für Lehrerinnen und Lehrer am Institut Unterstrass (Pädagogische Hochschule Zürich) in Kommunikation und Allgemeiner Didaktik tätig. Nicolas Rüttimann (lic. phil.) ist Neuro­psychologe, Erziehungs­wissen­schaftler und Mittelschullehrer. Seit 2021 ist er Schulleiter der Gesamtschule Unterstrass.

Vortrag vom 14.06.2022 (60 min): Dieter und Nicolas Rüttimann erläutern in ihrem Vortrag, wie inno­vative Päda­gogik das Denken von Kindern und Jugendlichen fächer­spezifisch und -übergreifend unter­stützen und sie in ihrem persönlichen Ausdruck fördern kann. Welche Rolle spielt dabei die Beziehung zwischen Lehr­person und Kind? Zudem erörtern sie zukunfts­weisende Aspekte wie Rückmeldung statt Noten, Digitali­sierung und «eine Schule für alle»!


Mehrsprachig aufwachsen – was bedeutet das für ein Kind?

Prof. Dr. Moritz Daum

Prof. Dr. Moritz Daum ist Professor für Ent­wicklungs­psychologie des Säuglings- und Kindes­alters am Psycho­logischen Institut und Direktor des Jacobs Center for Productive Youth Development an der Universität Zürich. Sein Forschungs­schwerpunkt liegt auf der sozial-kognitiven Entwicklung in der frühen Kindheit.

Vortrag vom 21.06.2022 (60 min): Eine andere Sprache zu sprechen, bedeutet, eine andere Seele zu besitzen – sagte einst Karl der Grosse. Aber was sagt die Wissenschaft heute? Welche Vorteile hat eine Kindheit in einem mehr­sprachigen Umfeld? Und wo liegen die Heraus­forderungen? Moritz Daum stellt in seinem Vortrag wichtige Studien­ergebnisse vor und erläutert, was Eltern bei der mehr­sprachigen Erziehung ihrer Kinder richtig und falsch machen können.


Mein Kind spricht nicht: Wie schüchtern ist zu schüchtern?

Sabine Laerum

Die Patholinguistin und Logopädin ist auf die sprach­thera­peutische Behandlung von Kindern mit selektivem Mutismus spezialisiert und gibt u.a. als Dozentin Kurse an der Universität Potsdam sowie an der Justus-Liebig-Universität Giessen.

Interview vom 24.05.2022 (64 min): Warum sind manche Kinder zuhause «Plauder­taschen» und bringen ausser­halb des familiären Umfeldes kein Wort über die Lippen? Sind sie nur schüchtern oder leiden sie an einer Sprech­blockade? Sabine Laerum erläutert, wie Eltern selektiven Mutismus erkennen können und wo die Grenze zwischen einem schüchternen Naturell, sozialer Angst sowie selektivem Mutismus liegt. Und sie gibt Tipps, wie Familien und Lehrp­ersonen betroffene Kinder beim mutigen Sprechen unterstützen können.


Buchstabensuppe im Kopf

Prof. Dr. Silvia Brem

Prof. Dr. Silvia Brem ist Neurowissen­schaftlerin und Assistenz­professorin an der Klinik für Kinder- und Jugend­psychiatrie und Psychotherapie der Psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich. Sie engagiert sich zudem im Vorstand des Verbands Dyslexie Schweiz.

Vortrag vom 12.04.2022 (49 min): In jeder Schulklasse sitzt ein Kind, das grosse Probleme beim Erlernen des Lesens und Schreibens hat; zu häufig wird dies nicht oder zu spät erkannt. Was weiss man heute über die neuro­logischen Ursachen einer Lese- und Recht­schreibstörung? Silvia Brem erläutert in ihrem Vortrag u.a., woran man erste Anzeichen für eine Dyslexie erkennen kann und gibt einen Einblick, was im Gehirn beim Lesenlernen geschieht.


Schabernack und Blöd­sinn: wertvolle Erfah­rungen oder soziale Inkompetenz?

Prof. Dr. Allan Guggenbühl

Prof. Dr. Allan Guggenbühl ist Psycho­therapeut und zudem bekannt als Autor von Ratgeber-Büchern wie «Pubertät echt ätzend», «Das Beste für mein Kind» und «Von Gangstern, Primadonnen und Langweilern». Er zählt zu den gefragtesten Jugend­experten in der Schweiz.

Vortrag vom 05.04.2022 (67 min): Wo liegen die Grenzen der Toleranz, wenn sich Kinder nicht benehmen? Und wenn Heran­wachsende Normen nicht erfüllen, stellt sich dann nicht auch die Frage nach der Normalitäts­vorstel­lung unserer Gesell­schaft? «Kinder», so fordert Allan Guggenbühl in seinem Vortrag, «brauchen Zonen, in denen Experi­mente möglich sind. Sie müssen aus der Blase aus­brechen und das Leben entdecken dürfen!»


Erziehen ist kein Wohlfühl-Spa

Philipp Ramming

Philipp Ramming ist einer der führenden Schweizer Kinder- und Jugend­psychologen und Experte in Erziehungs­fragen. Der Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Kinder- und Jugend­psychologie SKJP hat über 70 Radio­sendungen zu Erziehungs­themen gemacht.

Gespräch vom 01.03.2022 (60 min): Im Gespräch mit Nik Niethammer, Chef­redaktor des ElternMagazins Fritz+Fränzi, spürt Philipp Ramming den grossen Erziehungs­fragen unserer Zeit nach: Wie geht Erziehung? Was ist die richtige Balance zwischen Fürsorge und Strenge? Wie umgehen mit puber­tierenden Jugend­lichen, Medien­konsum, Ler­nunlust und Schul­müdigkeit? Und: Wann und wie sollten Eltern klare Ansagen machen?


Vom Ich zum Du – kindliches Sozial­verhalten in den ersten Lebensjahren

Dr. Caroline Benz

Die Klinische Dozentin Dr. Caroline Benz leitet seit 2010 die ent­wicklungs­pädiatrische Poliklinik der Abteilung Ent­wicklungs­pädiatrie am Univer­sitäts-Kinder­spital in Zürich. Sie engagiert sich zudem in der Stiftung für hochbegabte Kinder als Stiftungsrätin.

Interview vom 03.02.2022 (25 min): Im Fokus des Interviews steht die Frage, ob sich soziales Verhalten als Kompetenz «beibringen» lässt: Was ist angeboren und entwicklungs­abhängig? Und was ist erworben? Caroline Benz zeichnet den Weg nach, auf dem Kinder eine persönliche Identität entwickeln und in Beziehung zum Gegenüber treten.


Wie Sprache in den Kopf kommt

Prof. Dr. Martin Meyer

Der Titular­professor am Lehrstuhl Neuro­psychologie der Universität Zürich untersucht zusammen mit seiner Arbeits­gruppe die Zusammen­hänge zwischen Sprache, Hören und Gehirn. Sein Interesse gilt u.a. der Frage, wie die mensch­liche Sprache entstanden ist und welche Inter­aktionen sich zwischen Gehirn und Sprache abspielen.

Vortrag vom 23.11.2021 (60 min): Der Erwerb der Mutter­sprache beginnt nicht erst, wenn Kinder anfangen, die ersten Wörter von sich zu geben. «Die ersten Anzeichen, dass das Gehirn Sprache aufnimmt, lassen sich bereits in die letzten Wochen vor der Geburt zurückv­erfolgen», so der Neuro­psychologe. Sein Vortrag skizziert die Ent­wicklung des Gehirns von der vorgeburt­lichen Reifung über die Geburt hinaus bis zum Ende des ersten Lebensjahres.


Elterliche Sensitivität und Bindung

Prof. Dr. Guy Bodenmann

Er zählt zu den renommiertesten Beziehungs­experten in der akade­mischen Welt: Guy Bodenmann forscht und lehrt an der Universität Zürich als Professor für Klinische Psychologie mit Schwerpunkt Kinder/Jugendliche und Paare/Familien.

Vortrag vom 28.09.2021 (40 min): Die kindliche Bindungs­erfahrung gehört zu den Meilen­steinen der mensch­lichen Entwicklung: «Eine sichere Bindung ist eine der wichtigsten Resilienz­faktoren», so der Präsident der Akademie für Ver­haltens­therapie im Kindes- und Jugend­alter (AVKJ). «Sie legt die Basis für das allgemeine Befinden und den Erfolg in ver­schiedenen Lebens­bereichen wie Schule und Partner­schaft.» In seinem Vortrag erläutert der Psychologe die diversen Voraus­setzungen für die Entwicklung sicherer Bindungen.


Mythen und Fakten zur Kindheit

Prof. Dr. Oskar Jenni

Der Kinder- und Jugendmediziner leitet seit 2005 die Abteilung Ent­wicklungs­pädiatrie am Univer­sitäts-Kinderspital Zürich und ist Extra­ordinarius für Ent­wicklungs­pädiatrie ad personam an der Uni Zürich. Zu seinen Forschungsgebieten zählen u.a. das Schlafverhalten im Kindesalter sowie die motorische, kognitive und soziale Entwicklung von gesunden und kranken Kindern. 2021 erschien beim Springer Verlag sein Buch «Die kindliche Entwicklung verstehen».

Vortrag vom 14.09.2021 (50 min): Was Eltern, die ihr Kind mit anderen vergleichen, als auffällig erscheint, kann aus entwicklungspädiatrischer Sicht vollkommen normal sein. Denn die kindliche Entwicklung verläuft auf unter­schiedlichen Ebenen – und  unterschiedlich schnell. Ob Motorik, Sprache oder Sozial­verhalten: Die Variabilität ist bei Kindern gleichen Alters enorm!


Erfolgsfaktor Schulisches Selbst­vertrauen

Prof. Dr. Ulrich Trautwein

Wie kann man Bildungs­systeme moderner und wirksamer gestalten? Vor allem dieser Frage widmet sich der Direktor des Hector-Instituts für Empirische Bildungs­forschung an der Universität Tübingen im Rahmen seiner Forschung. Zudem leitet Ulrich Trautwein u.a. als Vorsitzender den wissen­schaftlichen Beirat des Kultus­ministeriums Baden-Württemberg, der die Qualitäts­entwicklung des dortigen Schulsystems vorantreibt.

Vortrag vom 31.08.2021 (54 min): «Ich kann es» und «Das bringt mir was» – das sind aus Sicht des Bildungs­experten die beiden wichtigsten Formeln für gelingendes, leichtes Lernen: «Wenn Kinder viel Vertrauen in ihre Fähigkeiten haben und dem Lernen einen Sinn beimessen, strengen sie sich gerne an und sind motiviert.» Was können Eltern und Schule dazu beitragen?


Kinder auf Erfolgskurs?

Prof. Dr. Margrit Stamm

Sie gilt als Pionierin der Päda­gogischen Psycho­logie und Erziehungs­wissenschaft: Margrit Stamm hat sich als eine der ersten Wissens­chaftlerInnen in der Schweiz mit dem Thema «Früh­kindliche Bildung und Familie» aus­einander­gesetzt. Ihr grosses Forschungs- und Publikations­spektrum umfasst u.a. die Bereiche Begabung und Talent­entwicklung über die gesamte Lebensspanne, Chancen­gerechtigkeit und Berufsbildung.

Vortrag vom 29.06.2021 (70 min): Das Nachdenken über den Schulerfolg der Kinder hat Konjunktur. Eltern fühlen sich verpflichtet, das Best­mögliche aus den Kindern heraus­zuholen. Wie können Väter und Mütter einen gelingenden Werdegang ihrer Kinder unterstützen, ohne nicht selbst an die eigene Leistungs­grenze zu gelangen?


Das kindliche Gehirn im digitalen Zeitalter

Prof. Dr. Lutz Jäncke

Die wissen­schaftlichen Arbeiten des Ordinarius für Neuro­psychologie an der Universität Zürich zählen zu dem einen Prozent der am häufigsten zitierten Arbeiten weltweit. Lutz Jäncke forscht im Bereich der funktionellen Neuroanatomie; sein Fokus liegt dabei insbesondere auf der kortikalen Plastizität im Zusammen­hang mit dem Lernen.

Vortrag vom 01.06.2021 (66 min): Das Stirnhirn kontrolliert wichtige psychische Funktionen wie Aufmerksamkeit, Selbst­disziplin und das Arbeits­gedächtnis. Durch seine späte Reifung reifen auch diese psychischen Funktionen spät und erlangen erst nach der Pubertät den Funktions­umfang und die Funktions­güte wie bei Erwachsenen. Welche Konse­quenzen ergeben sich daraus für das Lernen? Und wie begegnen wir der Heraus­forderung, dass Heran­wachsende eher gefährdet sind, Süchte zu entwickeln?


Früh geboren – späte Folgen?

Prof. Dr. Bea Latal

Die Kinder- und Jugend­medizinerin ist Extrao­rdinaria für Ent­wicklungs­pädiatrie ad personam an der Univer­sität Zürich und leitet die Abteilung Ent­wicklungs­pädiatrie am hiesigen Kinderspital. Sie hat sich auf Kinder mit Ent­wicklungs­risiken – Früh­geborene und Kinder mit einem schweren angeborenen Herzfehler – spezialisiert. Im Rahmen von Langzeit­studien beobachtet sie deren Entwicklung, untersucht eventuelle Auffällig­keiten und Spätfolgen und unterstützt sie dabei, ihre Lebensqualität zu verbessern.

Interview vom 06.10.2020 (27 min): Im Interview erfahren Sie, wie sich Kinder nach extremer Früh­geburt­lichkeit entwickeln und welche Möglichkeiten die Medizin bietet. Sie gibt zudem alltags­nahe Empfeh­lungen, was früh­geborene Kinder stärkt und wo sie Unter­stützung benötigen.


Der Medienalltag von Kindern

Prof. Dr. Daniel Süss

Der Professor für Medien­soziali­sation und Medien­kompetenz an der Universität Zürich leitet das Psychologische Institut der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissen­schaften (ZHAW). Die von ihm betreuten repräsenta­tiven Studien zum Medie­nalltag der jungen Generation in der Schweiz (JAMES- und MIKE-Studien) liefern jeweils die empirische Basis für den – in der Gesellschaft oft kontrovers geführten – Diskurs über den «richtigen» Umgang mit Medien.

Vortrag vom 01.09.2020 (60 min): «Wenn wir den Medien­umgang von Kindern verstehen wollen, müssen wir ihren gesamten Alltag in den Blick nehmen», so das Plädoyer des renommierten Medien­psychologen. «Denn sowohl Medien­erfahrungen als auch direkte Erfahrungen können entwicklungsförderlich oder riskant sein.»


Kinder beim Lernen begleiten

Prof. Dr. Sonja Perren

Die Professorin für Entwicklung und Bildung in der frühen Kindheit an der Universität Konstanz sowie an der Päda­gogischen Hochschule Thurgau (PHTG) beschäftigt sich u.a. mit dem Thema der «Qualität und Pro­fessionali­sierung in frühkindlichen Bildung- und Betreuungs­settings». Weitere Lehr- und Forschungs­schwer­punkte sind «Sozio-emotionale Kompetenzen und Peer­beziehungen in der frühen Kindheit» sowie die «Bedeutung von Spiel für die frühe Förderung».

Vortrag vom 04.02.2020 (42 min): Positive Beziehungen und anregende Inter­aktionen sind die Basis für die Entwicklung und das Lernen von Kindern. Damit ist die Beziehungs- und Interaktions­gestaltung ein wichtiges Qualitäts­kriterium für Kinder­tages­stätten und Spielgruppen. «Unsere Forschung zeigt, dass die meisten Fachpersonen gut darin sind, die Kinder emotional und in Bezug auf ihr Verhalten zu unterstützen», erläutert Sonja Perren. «Bei der aktiven Lern­unterstützung gibt es jedoch noch enormes Entwicklungs­potenzial.»